Damit Erinnerung nicht endet, sondern neu beginnt.

Ein digitales Archiv zu den Opfern des Nationalsozialismus der Heidelberger Anatomie.

Ziel des Projekts

Dieses interdisziplinäre Projekt wird von einem Team des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät, Universität Heidelberg mit Unterstützung einer Arbeitsgruppe aus dem Historischen Seminar der Universität Heidelberg konzipiert und durchgeführt.
Die hieraus hervorgegangene Internetpräsenz basiert auf dem sogenannten Leichenjournal der Anatomie Heidelberg. In diesem werden seit 1816 die Einlieferungen von Verstorbenen verzeichnet, welche nach ihrem Tod dem Institut zu Lehr- und Forschungszwecken dienten.
Die Lebenswege der Menschen, die unfreiwillig während der NS-Zeit den Medizinern zur Verfügung gestellt wurden, sollen hier – so weit möglich – nachgezeichnet werden. Diese Biografien können einerseits nach Eingangsdatum, andererseits auch alphabetisch recherchiert werden.
Darüber hinaus finden sich aber auch Hintergrundinformationen über die Phasen der Aufarbeitung dieses Teils der Institutsgeschichte oder den rechtlichen Hintergrund, der die Zuweisung Verstorbener an die Universitäten überhaupt erst ermöglichte.

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Datenbankeinträge

Das digitale Leichenjournal.

Suchen Sie chronologisch oder alphabetisch.

Die Geschichte der Leichenablieferungen und die Erinnerung daran.

Das Anatomische Institut Heidelberg wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegründet, jedoch gab es bereits seit dem frühen 14. Jahrhundert anatomische Leichenöffnungen. Die rechtliche Grundlage zur Ablieferung von Verstorbenen bildete die durch Kurfürst Ottheinrich (1502-1559) reformierte Studien- und Ausbildungsverordnung. Im ausgehenden 16. Jahrhundert sollten Studenten die Grundlagen der Funktionen des menschlichen Körpers erlernen, aber auch PatientInnen am Krankenlager untersuchen und sogar chirurgische Kenntnisse erwerben. Anatomische Untersuchungen wurden nun gestattet. Hierzu sollten menschliche Leichen, insbesondere die sterblichen Reste Hingerichteter oder durch Angehörige gespendete Leichname, seziert werden. 

Die Einlieferung von Leichen

Das historische Rechtsverständnis der Mediziner ebnete den Weg für das spätere Selbstverständnis der Anatomen, ohne Skrupel die Körper von Verstorbenen, die aus politischen Gründen hingerichtet wurden, zu proklamieren.

Die Täter und Mitläufer

Die Anatomen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Heidelberg wirkten, können sicherlich mehrheitlich als politisch bezeichnet werden. Sie hatten jedenfalls überwiegend keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen die nationalsozialistische Ideologie, soweit sie medizinische Implikationen besaß.

Aufarbeitungsphasen

Die Aufarbeitung der Vergangenheit verlief in der Heidelberger Anatomie phasenweise. Direkt nach dem Krieg kümmerte sich der damalige Institutsleiter Hermann Hoepke (1889-1993) als erstes um die Bestattung einiger Menschen, die während der Kriegszeit in die Anatomie gebracht worden waren.

Quellen

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Dr. sc. hum. Sara Doll

Präparationstechnische Assistentin, Institut für Anatomie und Zellbiologie, Teamleitung, Begleittexte, Biographien

apl. Prof. Dr. Frank Engehausen

Akademischer Mitarbeiter, Historisches Seminar der Universität Heidelberg, Teamleitung, Begleittexte, Biographien