Leichenablieferungen
Die Geschichte der Leichenablieferungen und die Erinnerung daran.
Das Anatomische Institut Heidelberg wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegründet, jedoch gab es bereits seit dem frühen 14. Jahrhundert anatomische Leichenöffnungen. Die rechtliche Grundlage zur Ablieferung von Verstorbenen bildete die durch Kurfürst Ottheinrich (1502-1559) reformierte Studien- und Ausbildungsverordnung. Im ausgehenden 16. Jahrhundert sollten Studenten die Grundlagen der Funktionen des menschlichen Körpers erlernen, aber auch PatientInnen am Krankenlager untersuchen und sogar chirurgische Kenntnisse erwerben. Anatomische Untersuchungen wurden nun gestattet. Hierzu sollten menschliche Leichen, insbesondere die sterblichen Reste Hingerichteter oder durch Angehörige gespendete Leichname, seziert werden.
Die Einlieferung von Leichen
Das historische Rechtsverständnis der Mediziner ebnete den Weg für das spätere Selbstverständnis der Anatomen, ohne Skrupel die Körper von Verstorbenen, die aus politischen Gründen hingerichtet wurden, zu proklamieren.
Historische Orte
Hier finden Sie eine interaktive Karte, dieser Sie entnehmen können, aus welchen Pflegeanstalten Verstorbene zur Anatomie Heidelberg verbracht wurden. Sie sind als schwarze Kreise dargestellt. Aber auch die Hinrichtungsstätten, rot markierte Kreise, können der Karte entnommen werden. Für das „Arbeitshaus Kislau“ wurde braun gewählt.
Die Täter und Mitläufer
Die Anatomen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Heidelberg wirkten, können sicherlich mehrheitlich als politisch bezeichnet werden. Sie hatten jedenfalls überwiegend keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen die nationalsozialistische Ideologie, soweit sie medizinische Implikationen besaß.
Aufarbeitungsphasen
Die Aufarbeitung der Vergangenheit verlief in der Heidelberger Anatomie phasenweise. Direkt nach dem Krieg kümmerte sich der damalige Institutsleiter Hermann Hoepke (1889-1993) als erstes um die Bestattung einiger Menschen, die während der Kriegszeit in die Anatomie gebracht worden waren.
Todesstrafen im Nationalsozialismus
Seit jeher kam es vor, dass die Leichen hingerichteter Personen zu Lehr- und Forschungszwecken in die Anatomien gelangten. Manchen Anatomen waren sie begehrte Objekte: weil die Hingerichteten häufig jünger waren als die in Heil- und Pflegeanstalten Gestorbenen, die lange Zeit das Gros der Leicheneingänge ausmachten, und weil ihre Todeszeitpunkte vorher feststanden und die Leichen sehr rasch nach Todeseintritt in die Anatomien gelangten.
Die Geschichte der Leichenablieferungen und die Erinnerung daran.
Das Anatomische Institut Heidelberg wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegründet, jedoch gab es bereits seit dem frühen 14. Jahrhundert anatomische Leichenöffnungen. Die rechtliche Grundlage zur Ablieferung von Verstorbenen bildete die durch Kurfürst Ottheinrich (1502-1559) reformierte Studien- und Ausbildungsverordnung. Im ausgehenden 16. Jahrhundert sollten Studenten die Grundlagen der Funktionen des menschlichen Körpers erlernen, aber auch PatientInnen am Krankenlager untersuchen und sogar chirurgische Kenntnisse erwerben. Anatomische Untersuchungen wurden nun gestattet. Hierzu sollten menschliche Leichen, insbesondere die sterblichen Reste Hingerichteter oder durch Angehörige gespendete Leichname, seziert werden.
Die Einlieferung von Leichen
Das historische Rechtsverständnis der Mediziner ebnete den Weg für das spätere Selbstverständnis der Anatomen, ohne Skrupel die Körper von Verstorbenen, die aus politischen Gründen hingerichtet wurden, zu proklamieren.
Historische Orte
Hier finden Sie eine interaktive Karte, dieser Sie entnehmen können, aus welchen Pflegeanstalten Verstorbene zur Anatomie Heidelberg verbracht wurden. Sie sind als schwarze Kreise dargestellt. Aber auch die Hinrichtungsstätten, rot markierte Kreise, können der Karte entnommen werden. Für das „Arbeitshaus Kislau“ wurde braun gewählt.
Die Täter und Mitläufer
Die Anatomen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Heidelberg wirkten, können sicherlich mehrheitlich als politisch bezeichnet werden. Sie hatten jedenfalls überwiegend keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen die nationalsozialistische Ideologie, soweit sie medizinische Implikationen besaß.
Aufarbeitungsphasen
Die Aufarbeitung der Vergangenheit verlief in der Heidelberger Anatomie phasenweise. Direkt nach dem Krieg kümmerte sich der damalige Institutsleiter Hermann Hoepke (1889-1993) als erstes um die Bestattung einiger Menschen, die während der Kriegszeit in die Anatomie gebracht worden waren.
Todesstrafen im Nationalsozialismus
Seit jeher kam es vor, dass die Leichen hingerichteter Personen zu Lehr- und Forschungszwecken in die Anatomien gelangten. Manchen Anatomen waren sie begehrte Objekte: weil die Hingerichteten häufig jünger waren als die in Heil- und Pflegeanstalten Gestorbenen, die lange Zeit das Gros der Leicheneingänge ausmachten, und weil ihre Todeszeitpunkte vorher feststanden und die Leichen sehr rasch nach Todeseintritt in die Anatomien gelangten.
