André Jean Dubois

Kurzbiografie

Name, Vorname: Dubois, André Jean
Geburtsdatum: 28.6.1914
Geburtsort: Ouge, Dep. Côte-d’Or
Beruf: Soldat / Eisenbahner
Einlieferungsdatum: 19.4.1944
Einlieferungsnummer: 20_1944
Todesursache: Hinrichtung
Vorgeworfenes Vergehen: Sprengstoffanschläge

Er „war Mitglied der Widerstandsgruppe. Er hat an der Instruktionsstunde teilgenommen. Er war an der Bergung und dem Verstecken der abgeworfenen Waffen und Sprengkörper am 16. Juli 1943. Er hat seinen Anteil an den abgeworfenen Lebensmitteln erhalten. Er hat sich eine Maschinenpistole mit drei Magazinen genommen, welche er dann an den 8. Angeklagten Meunier weitergab, der sie versteckte“.

Dubois kam am 28. Juni 1914 in Ouge, Dep. Côte-d’Or als Sohn von Edmond Toissant Dubois, 46 Jahre alt und Emélie Ernestine Marie Tillette, 39 Jahre alt, zur Welt. Sein Vater war Eisenbahner und Streckenmeister und seine Mutter arbeitete als Schrankenwärterin. Er bekannte sich zum katholischen Glauben.  Am 27. Juli 1935 fand die Hochzeit von Raymonde Lucie, geb. Râle und André Dubois statt. Ein Jahr später wurde ihr erster gemeinsamer Sohn geboren, 1941 kam ein zweiter Sohn auf die Welt. Sie nannten sie Marcel und Bernard.

André Dubois Portrait 2
Ministère Des Armées Service historique de la Défense

Andre Dubois
AC21P445282
Sterbeurkunde_André Dubois
Ministère Des Armées Service historique de la Défense

Andre Dubois
AC21P445282

Zwischen 1934 und 1936 diente Dubois im 186. schweren Artillerie Regiment in der Junot-Kaserne in Dijon. Er wurde in Rocquecourbees, Dep. Tarn, im Dienstgrad eines Brigardiers demobilisiert. Danach arbeitete er ab Dezember 1936 als Eisenbahnarbeiter am Güterbahnhof Dijon-Perrigny und war Mitglied in der kommunistisch orientierten Gewerkschaft CGT (Confédération générale du travail). Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Eisenbahner von 1939 bis 1940 als Korporal mobilisiert. In Folge der nationalsozialistischen Besatzung Frankreichs trat er Ende des Jahres 1940 der von Maurice Thuringer, seinerseits ebenfalls angestellt am Güterbahnhof Dijon-Perrigny, gegründeten Widerstandsgruppe von Eisenbahnern in Dijon bei. Die Gruppierung wurde etwa zwei Jahre später außerdem Teil eines größeren französischen Widerstandsnetzwerks um Dijon namens „Ceux de la Libération“ sowie des Arbeiterwiderstands „Résistance ouvrière“ der CGT. Am 29. November 1943 wurde die Gruppe durch das Gericht der Feldkommandantur 669 in Dijon für ihre Aktionen im Widerstand, darunter drei verübte Sprengstoffanschläge ohne Verletzte, zum Tode verurteilt.

Bergfriedhof_André Dubois
Ministère Des Armées Service historique de la Défense

Andre Dubois AC21P445282

Im Lichthof des Stuttgarter Landgerichts wurde André Jean Dubois am 19. April 1944 um 5:34 Uhr mit der Guillotine hingerichtet. Er hinterließ seine Frau Emélie und die beiden drei und acht Jahre alten Söhne. Seine Leiche wurde am selben Tag in die Anatomie der Universität Heidelberg als Nummer 20/44 eingeliefert. Nach Verwendung seines Körpers für die medizinische Ausbildung in Heidelberg wurde seine Leiche 1947 eingeäschert und auf dem Heidelberger Bergfriedhof beigesetzt. Anfang September 1949 wurde seine Asche schließlich zurück nach Frankreich überführt und im Ehrenfeld der Erschossenen auf dem Friedhof „Les Péjoces“ in Dijon beigesetzt. Am 20. November 1945 erhielt der Widerstandskämpfer posthum die Anerkennung als Agent P2 der Forces frainçaises combattantes und als Beauftragter 3. Klasse der „Direction générale des études et recherches“ (DGER) als Unterleutnant. Im Jahre 1947 wurde ihm das „Croix de guerre“, das Kriegskreuz und die Anerkennung „Mort pour la France“ [gestorben für Frankreich, d. Vf.] verliehen. 47 Jahre nach Dubois‘ Hinrichtung wurde er außerdem für „mort en déportation“ [in Deportation gestorben, d. Vf.] erklärt. Ihm wird seit 1996 auf einer Erinnerungstafel für die Widerstandsgruppe der Eisenbahner im Bahnhof von Dijon gedacht.

Angelina Baudach in Zusammenarbeit mit Brigitte und Gerhard Brändle

Quellen

GLA

309 Nr. 6076

Archives Côte d’Or

https://archives.cotedor.fr/console/ir_ead_visu.php?eadid=FRAD021_000000912&ir=26564

Ouges 1908-1917

FRAD021EC 472/009

Ministère Des Armées Service historique de la Défense

Andre Dubois

AC21P445282

Fontaine, Thomas. Cheminots victimes de la répression. 1939-1945. Paris, 2017.

Neveu, Céderic; Fontaine, Thomas. Dubois André. In: Fontaine, Thomas, Cheminots victims de la répression. Paris, 2017.

Le Maitron. Dictionnaire biographique. Ponnavoy, Jean-Louis. Dubois, André, Jean. https://maitron.fr/dubois-andre-jean/, aufgerufen am 5.5.2026.

Kurzbiografie

Name, Vorname: Dubois, André Jean
Geburtsdatum: 28.6.1914
Geburtsort: Ouge, Dep. Côte-d’Or
Beruf: Soldat / Eisenbahner
Einlieferungsdatum: 19.4.1944
Einlieferungsnummer: 20_1944
Todesursache: Hinrichtung
Vorgeworfenes Vergehen: Sprengstoffanschläge

Zur Leichenjournal Transkribierung dieser Biografie:

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