Bruno Rüffer wurde am 5. Oktober 1901 in Straupiz im Landkreis Hirschberg in Schlesien geboren. Er war der Sohn des Drehers Wilhelm Rüffer und dessen Ehefrau Helene, geborene Enzmann. Rüffer besuchte acht Jahre die Volksschule. Anschließend absolvierte er bei der Firma Daimler-Benz eine Lehre im Dreherhandwerk und arbeitete dort im Anschluss zwei Jahre. Danach begab er sich auf Wanderschaft und arbeitete unter anderem in Kempten im Allgäu und in Karlsruhe. Im Jahr 1922 kehrte er zurück, um weitere zwei Jahre bei Daimler-Benz zu arbeiten. Im Anschluss daran erhielt er eine Stelle bei der Firma Karl Cron in Mannheim. Dort blieb er bis Juli 1932 beschäftigt. Nach seiner Entlassung wurde er infolge der wirtschaftlichen Krise arbeitslos und lebte in der Zeit von Arbeitslosen- und Krisenunterstützung. Seit August 1934 arbeitete Rüffer als Dreher bei der Firma Heinrich Lanz AG in Mannheim. Im Juni 1927 heiratete er Eva Rüffer, geborene Bade. Aus der Beziehung gingen zwei Kinder hervor, sie waren zum Zeitpunkt der Vernehmung 18 und 8 Jahre alt.

1940 entstand in Mannheim und Heidelberg eine illegale kommunistische Organisation unter der Führung Georg Lechleiters und Jakob Faulhabers. Ziel dieser Gruppe war es, die verbotene kommunistische Parteiarbeit wieder aufzunehmen und durch illegale Druckschriften Einfluss auf die Arbeiter in Industriebetrieben zu nehmen. Zu diesem Zweck wurde die illegale Zeitung „Der Vorbote- Informations- und Kampforgan gegen den Hitlerfaschismus“ hergestellt und im Raum Mannheim und Heidelberg verteilt.
Der bei der Firma Lanz beschäftigte Ludwig Moldrzyk übergab Rüffer im Dezember 1941 drei der Exemplare der Zeitung. Rüffer nahm zwei der Exemplare mit nach Hause und las sie. Eine Ausgabe gab er an seinen Arbeitskollegen Otto Quick weiter und riet ihm, sie nach dem Lesen zu verbrennen. Die übrigen Exemplare verbrannte er später selbst.
Im Zuge der Ermittlungen gegen die Gruppe um Lechleiter wurde Rüffer am 5. März 1942 festgenommen. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen Vorbereitung zum Hochverrat erlassen. Er befand sich anschließend in Untersuchungshaft.
Am 22. Oktober 1942 wurde Rüffer zusammen mit Albert Fritz, Richard Jatzek, Ludwig Neischwander und Henriette Wagner im zweiten Prozess gegen Mitglieder der Lechleiter Gruppe vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Zersetzung der Wehrmacht zum Tode verurteilt. Gleichzeitig wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt.
Bruno Rüffer wurde am 24. Februar 1943 in Stuttgart hingerichtet. Sein Leichnam wurde dem Anatomischen Institut mit der Eingangsnummer 15 des Jahres 1943 in Heidelberg übergeben.
Tim Hoepfner

Quellen
BArch
R 3017/ 33090
Marchivum
Bruno Rueffer
https://www.marchivum.de/de/geschichte/stolpersteine/bruno-rueffer, aufgerufen am 04.05.2026.
Der Vorbote
https://druckschriften-digital.marchivum.de/zd/periodical/calendar/713881?d=1941, Ausgabe 1.9.1941, aufgerufen am 01.04.2026.

