Rémond Victor Pageaux kämpfte zusammen mit anderen Eisenbahnern in Dijon in der Widerstandsgruppe um Maurice Thuringer gegen die nationalsozialistische Besatzungsherrschaft im Norden Frankreichs verhindern. Wegen dieses Engagements wurde er in Stuttgart enthauptet.
Pageaux wurde am 20. September 1911 in Mont-lès-Seurre, Dep. Côte-d’Or als Sohn von Henri Pageaux und Delphine, geb. Gey, geboren. Seine Eltern waren beide Landwirte. Der Vater fiel im Ersten Weltkrieg, woraufhin der 7-jährige Pageaux im Oktober 1918 als „Pupille de la Nation“, als Staatswaise, anerkannt wurde. Ab 1921 wuchs er dann in Dijon auf. Er war katholischen Glaubens. Am 15. November 1934 gingen Pauline, geb. Lécrivain, und Pageaux die Ehe ein. Später bekamen sie zwei gemeinsame Kinder: Michelle, geboren am 3. Juni 1938 und Henri, geboren am 7. November 1942.
Ab 1. Oktober 1925 arbeitete Pageaux als Eisenbahnschlosser im Güterbahnhof Dijon-Perrigny und war Mitglied in der kommunistisch orientierten Gewerkschaft CGT (Confédération générale du travail). Von 1932 bis 1933 diente er bei der 506. Panzer Abteilung, wurde dann im Jahre 1940 zum Zweiten Weltkrieg erneut eingezogen, wobei er am 20. Juni des gleichen Jahres für etwa sechs Wochen in deutsche Kriegsgefangenschaft kam. Näheres hierzu wurde nicht dokumentiert. Ende November 1943 wurde der Eisenbahner als Mitglied der Widerstandsgruppe um Maurice Thuringer am Eisenbahndepot Dijon Perrigny vom Gericht der Feldkommandantur 669 in Dijon zum Tode verurteilt. Die Gruppierung hatte sich Ende 1940 formiert und war zwischen Ende 1942 und Anfang 1943 Teil des Fallschirm- und Sabotageteams des Widerstandsnetzwerks „Ceux de la Libération“ sowie des Arbeiterwiderstandes „Résistance ouvrière“ der CGT geworden. Eine Teilnahme an den Sprengstoffanschlägen der Gruppe konnte Pageaux nicht nachgewiesen werden, jedoch seine Mithilfe gemeinsam mit den anderen Mitgliedern bei der Bergung und dem anschließenden Verstecken der aus einem britischen Flugzeug abgeworfenen Waffen und Lebensmittel.
Das Todesurteil wurde am 19. April 1944 um 5:30 Uhr durch die Guillotine im Lichthof des Landgerichts Stuttgart vollstreckt. Der 33-jährige Pageaux hinterließ seine Frau Pauline und die beiden sechs Jahre und ein Jahr alten Kinder. Er wurde am Abend seiner Hinrichtung in die Anatomie der Universität Heidelberg unter der Nummer 18/44 eingeliefert. Seine sterblichen Überreste wurden 1947 eingeäschert, wobei nicht bekannt ist, ob es später zu einer Überführung der Asche nach Frankreich kam. Nach seinem Tod wurde ihm am 11. Oktober 1946 die Anerkennung „Mort pour la France“ [gestorben für Frankreich, d. Vf.] zugesprochen.
Angelina Baudach in Zusammenarbeit mit Brigitte und Gerhard Brändle
Quellen
GLA
309, Nr. 6076
Ministère Des Armées Service historique de la Défense
Raymond, Pageaux
AC21P654493, aufgerufen am 01.04.2026
Neveu, Céderic; Fontaine, Thomas. Pageaux Rémond. In: Fontaine, Thomas, Cheminots victimes de la répression. Paris, 2017.
Le Maitron. Dictionnaire biographique. Ponnavoy, Jean-Louis.
Pageaux, Raymond Victor. https://maitron.fr/pageaux-raymond-victor-parfois-ecrit-remond/, aufgerufen am 30.03.2026.



