Robert Schmoll

Kurzbiografie

Name, Vorname: Schmoll, Robert
Geburtsdatum: 24.2.1896
Geburtsort: Mannheim
Beruf: Schlosser
Einlieferungsdatum: 15.9.1942
Einlieferungsnummer: 64_1942
Todesursache: Hinrichtung
Vorgeworfenes Vergehen: Politisches Delikt

Robert Schmoll kam am 24. Februar 1896 in Mannheim als Sohn des Heizers Michael Schmoll und dessen Frau Emma, geb. Breisig, zur Welt. Schmoll besuchte acht Jahre die Volksschule und ging danach bei der Firma Esch in Mannheim als Schlosser in die Lehre. Nach dem Abschluss seiner Lehrzeit blieb er noch ein Jahr bei derselben Firma als Geselle, bevor er sich freiwillig zum Wehrdienst bei der Fußartillerie in Straßburg meldete. Daraufhin kam er nach einer kurzen Ausbildung an die Front und diente dort für zwei Jahre, später auch als Grenadier. Kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Oktober 1919 freikam. Für seinen Dienst erhielt Schmoll das Ehrenkreuz II und die Badische Verdienstmedaille, sowie das Frontkämpferehrenkreuz. Nach der Entlassung vom Militär arbeitete er bei verschiedenen Firmen als Schlosser, bis er 1930 wegen Arbeitsmangel seine Stelle verlor. Nach vier Jahren Arbeitslosigkeit fand er schließlich im Jahr 1934 eine Anstellung bei der Mannheimer Firma Brown, Boveri & Cie (BBC) und arbeitete dort bis zu seiner Festnahme. Schmoll heiratete im Dezember 1919 Katharina, geb. Orth. Das Paar bekam einen Sohn, der zum Zeitpunkt der Haft 22 Jahre alt war und als Soldat bei der Wehrmacht stand.

1940 entstand in Mannheim und Heidelberg eine illegale kommunistische Organisation unter der Führung Georg Lechleiters und Jakob Faulhabers. Ziel dieser Gruppe war es, die kommunistische Parteiarbeit wieder aufzunehmen und durch illegale Druckschriften Einfluss auf die Arbeiter in Industriebetrieben zu nehmen. Zu diesem Zweck stellten sie die illegale Zeitung „Der Vorbote – Informations- und Kampforgan gegen den Hitlerfaschismus“ und verteilten sie im Raum Mannheim und Heidelberg.

Schmoll gelangte durch den bei der Firma Lanz beschäftigten Ludwig Moldrzyk, den er bereits viele Jahre zuvor gekannt hatte, im Spätjahr 1941 in Kontakt mit Georg Lechleiter. Lechleiter beauftragte Schmoll, in der Firma BBC eine kommunistische Zelle aufzubauen und Moldrzyk gab zweimal zwei Exemplare der Zeitung an Schmoll weiter. Zum Aufbau einer solchen Zelle kam es nicht, und Schmoll gab auch die Zeitungen nicht weiter.

Robert Schmoll
Quelle: Marchivum
Käthe Schmoll Anfrage
Bitte um Freigabe der Überreste von Frau Schmoll
Quelle: Barch, R 3017/33090

Im Zuge der Ermittlungen gegen die Gruppe Lechleiter wurde Schmoll am 4. März 1942 festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Gegen ihn bestand ein Haftbefehl wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Anhand seiner eigenen Aussagen konnte ihm nichts nachgewiesen werden, weshalb sich die Ermittler für das Urteil auf die Bekundungen Lechleiters und Moldrzyks beriefen. Außerdem erhielt Schmoll zusätzlich schwere Belastung durch die beiden Zeugen Biermordt und Hofmann, beide Angestellte in der Firma BBC, die Schmoll eine negative Haltung gegenüber dem Naziregime und dem Krieg vorwarfen und ihn bezichtigten, er hätte seine Kenntnisse nur über ausländische Sender oder illegale Zeitungen haben können und sei zudem als Staatsfeind bekannt gewesen.

Am 15. Mai 1942 verurteilte der Volksgerichtshof in Mannheim Schmoll zusammen mit Lechleiter, Faulhaber, Rudolf Langendorf, Ludwig Moldrzyk, Käthe Seitz, Philipp Brunnemer, Max Winterhalter, Rudolf Maus, Johann Kupka, Alfred Seitz, Daniel Seizinger, Eugen Sigrist und Anton Kurz im ersten Prozess gegen die Mitglieder der Lechleiter-Gruppe wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode. Gleichzeitig erkannte man ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit ab.

Robert Schmoll wurde am 15. September 1942 in Stuttgart hingerichtet. Sein Leichnam kam in das Anatomische Institut in Heidelberg mit der Eingangsnummer 64 des Jahres 1942. Seine Frau Katharina, genannt Käthe, bemühte sich daraufhin über mehrmalige Bittschreiben um eine Freigabe der Überreste ihres Mannes, die der Oberstaatsanwalt in Karlsruhe jedoch ablehnte. Schmoll wurde auf dem Gräberfeld P des Heidelberger Bergfriedhofs bestattet.

Sjana Reisinger

Stolperstein Robert Schmoll
Quelle: Marchivum

Quellen

BArch

R 3017/33090 

StAHD

LFA 5-202613

Stolpersteine für Robert Schmoll, 

Quelle: https://www.marchivum.de/de/geschichte/stolpersteine/robert-schmoll-0

aufgerufen am 22.07.2026.

Kurzbiografie

Name, Vorname: Schmoll, Robert
Geburtsdatum: 24.2.1896
Geburtsort: Mannheim
Beruf: Schlosser
Einlieferungsdatum: 15.9.1942
Einlieferungsnummer: 64_1942
Todesursache: Hinrichtung
Vorgeworfenes Vergehen: Politisches Delikt

Zur Leichenjournal Transkribierung dieser Biografie:

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