Heinrich Baader wurde am 27. Juli 1865 in Hambach geboren. Sein Vater Philipp Baader war als Hilfsarbeiter tätig. Seine Mutter verstarb an Lungentuberkulose, als Baader acht Jahre alt war. Er wuchs daraufhin bei seinem Großvater mütterlicherseits, Friedrich Adam Müller, auf. Baader hatte vier Geschwister, von denen ein Bruder bereits im Jugendalter verstarb.
Nach seiner Schulzeit erlernte Baader das Schuhmacherhandwerk und war dreieinhalb Jahre in diesem Beruf tätig. Nach Aktenlage wurde er aufgrund seiner gesundheitlichen Untauglichkeit nicht zum Wehrdienst herangezogen. Seit 1887 lebte er in Mannheim, wo er seinen Lebensunterhalt als Tagelöhner und Hilfsarbeiter verdiente. Baader war konfessionslos und blieb unverheiratet.
Im höheren Lebensalter verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend. Aufgrund eines hartnäckigen Hustens mit eitrigem Auswurf, zunehmender Atemnot und einer allgemeinen körperlichen Schwäche wurde er in das Städtische Krankenhaus Mannheim eingeliefert. Dort stellte sich heraus, dass er aufgrund seiner Erkrankungen nicht mehr in der Lage war, sich selbstständig zu versorgen. Bei Baader wurden ein Altersemphysem, eine Herzinsuffizienz sowie Arteriosklerose diagnostiziert. Seine Erkrankungen wurden als unheilbar eingestuft.
Am 23. März 1937 beantragte Baader selbst seine Verlegung in eine Pflegeanstalt. Am 30. März 1937 wurde er in die Kreis-Pflege-Anstalt Weinheim aufgenommen. Bei seiner Aufnahme wurde sein Ernährungszustand als „reduziert“ beschrieben und festgehalten, dass er stark abgemagert und aufgrund seiner körperlichen Verfassung nicht mehr arbeitsfähig sei. Seine geistigen Fähigkeiten wurden in der Krankenakte als seiner „Umwelt und Bildung entsprechend“ beurteilt.
Trotz seiner chronischen Erkrankungen schien sich Baaders Zustand nach der Aufnahme zunächst zu stabilisieren. Ein Eintrag vom 25. Mai 1937 vermerkt, dass er viel im Garten helfe oder sich im Liegestuhl ausruhe und zu diesem Zeitpunkt keinerlei Beschwerden habe. Auch in den folgenden Monaten wurde er in den Berichten wiederholt als unauffälliger und zufriedener Patient beschrieben, der keine pflegerischen Schwierigkeiten bereitete. Allerdings litt er weiterhin unter wiederkehrenden Herzbeschwerden.
Am 16. September 1939 wurde Baader im Rahmen eines Sammeltransports von Weinheim in die Pflegeanstalt Gerlachsheim bei Lauda in Baden verlegt. Während seines dortigen Aufenthalts verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erheblich. Am 20. Oktober 1939 wurde dokumentiert, dass er bereits seit drei Wochen bettlägerig sei und unter Husten sowie Kreislaufschwäche leide. Am 23. November 1939 erfolgte seine Rückverlegung nach Weinheim, ebenfalls im Rahmen eines Sammeltransports.
In den folgenden Wochen schritt seine körperliche Schwäche weiter fort. Am 20. Januar 1940 wurde in seiner Krankenakte eine „fortschreitende Herzmuskelschwäche“ festgehalten. Zu diesem Zeitpunkt war Baader dauerhaft bettlägerig.
Am 6. Februar 1940 verstarb Heinrich Baader im Alter von 74 Jahren in der Kreis-Pflege-Anstalt Weinheim. Als Todesursache wurde Herzinsuffizienz angegeben. Fünf Tage nach seinem Tod, am 11. Februar 1940, wurde sein Leichnam unter der Leichenjournalnummer 9 des Jahres 1940 an das Anatomische Institut der Universität Heidelberg übergeben.
Franziska Mudter
Quellen:
Kreisarchiv Rhein-Neckar Kreis
KARNK/ Abt. 18/ Kreispflegeheim Weinheim/ Patientenakten/ 72



