Albert Fritz kam am 18. Januar 1899 in Hornberg bei Freiburg i. Br. als Sohn des Steinbildhauers Johann Albert Fritz und dessen Frau Wilhelmine, geb. Schondelmeier, zur Welt. Fritz besuchte acht Jahre die Volksschule und ging danach in Hornberg als Eisendreher in die Lehre. Nach Beendigung seiner Lehrzeit wurde er 1917 zur Kraftwagenabteilung der Wehrmacht in Mannheim eingezogen, wo er bis 1919 in einem Kraftwagenpark diente. Die darauffolgenden Jahre arbeitete Fritz bei verschiedenen Betrieben als Eisendreher bis zu seiner Entlassung wegen Arbeitsmangel 1931. Er fand wenig später Arbeit als Bezirkskassierer der KPD für den Bezirk Baden-Pfalz. Fritz war bereits 1922 oder 1923 in die KPD eingetreten und zunächst Ortskassierer gewesen, später auch Stadtverordneter der KPD Heidelberg. Außerdem war er Mitglied der Roten Hilfe. Fritz heiratete 1928 Barbara, geb. Ballreich, die einen Sohn mit in die Ehe brachte. Dieser war zum Zeitpunkt der Haft 22 Jahre alt und stand als Soldat bei der Wehrmacht. Eigene Kinder bekam Fritz nicht.
Im März 1933 kam er bis Februar 1934 wegen seiner Betätigung für die illegal gewordene KPD in Schutzhaft in das südbadische Konzentrationslager Ankenbuck. Kurze Zeit danach verurteilte ihn das Oberlandesgericht Karlsruhe wegen erneuter Betätigung bei der KPD zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die er im Gefängnis Mannheim verbüßte. Das Urteil lautete Vorbereitung zum Hochverrat. Nach seiner Freilassung trat Fritz der Deutschen Arbeiterfront bei, um seine Chancen auf Arbeit zu erhöhen. Aufgrund seiner Vorstrafen wurde er vom Dienst bei der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg ausgeschlossen.
1940 entstand in Mannheim und Heidelberg eine illegale kommunistische Organisation unter der Führung Georg Lechleiters und Jakob Faulhabers. Ziel dieser Gruppe war es, die Parteiarbeit wieder aufzunehmen und durch illegale Druckschriften Einfluss auf die Arbeiter in Industriebetrieben zu nehmen. Zu diesem Zweck stellten sie die illegale Zeitung „Der Vorbote – Informations- und Kampforgan gegen den Hitlerfaschismus“ her und verteilten sie im Raum Mannheim und Heidelberg.
Fritz traf im Juni 1941 am Mannheimer Hauptbahnhof auf Lechleiter, den er bereits aus der KPD kannte und mit dem er in Schutzhaft gewesen war. Die beiden verabredeten sich in Heidelberg, wo später Faulhaber und dessen Frau hinzukamen. Sie sprachen über den Krieg und gingen dann gemeinsam zum Haus der Familie Seitz. Käthe Seitz traf sich noch weitere Male mit Fritz und gab ihm ein Exemplar der Zeitung, die Fritz zuhause las und danach verbrannte. Im Februar 1942 gab es ein letztes Treffen zwischen Fritz und dem Ehepaar Seitz, bei dem sie bereits von den ersten Festnahmen wussten. Danach traf sich Fritz noch ein letztes Mal mit Lechleiter, der ihm bestätigte, dass die Druckschriften aufgeflogen waren.

Im Zuge der Ermittlungen wurde Fritz am 26. Februar 1942 festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Gegen ihn bestand ein Haftbefehl wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Fritz gestand die oben genannten Treffen und den Erhalt der Zeitung, jedoch weder das Hören ausländischer Radiosendungen, dessen er beschuldigt wurde, noch Kenntnis der Arbeit an den Druckschriften. Somit verwendete das Gericht insbesondere die Aussagen von Käthe Seitz zu seiner Überführung. Die Ermittler fanden bei ihm außerdem Hefte über die UdSSR, die ihn zusätzlich belasteten.
Am 22. Oktober 1942 verurteilte der Volksgerichtshof in Mannheim Fritz zusammen mit Ludwig Neischwander, Henriette Wagner, Bruno Rüffer und Richard Jatzek im zweiten Prozess gegen die Mitglieder der Lechleiter-Gruppe wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode.
Albert Fritz wurde am 24. Februar 1943 in Stuttgart hingerichtet. In einem letzten Brief an seine Frau schrieb er: „Ich werde sterben, wie ich gelebt habe. „Mein Tod ist ein Opfertod, der durch die Zeit bedingt ist.“. Sein Leichnam kam mit der Eingangsnummer 12 des Jahres 1943 in das Anatomische Institut der Universität Heidelberg. Fritz wurde auf dem Gräberfeld P des Heidelberger Bergfriedhofs bestattet. Am 15. November 2012 verlegte die Initiative Stolpersteine Heidelberg für ihn einen Stolperstein in der nach ihm benannten Albert-Fritz-Straße in Heidelberg.
Sjana Reisinger
Quellen
BArch
R 3017/33090
StAHD
LFA 5-2026/3
Initiative Stolpersteine Heidelberg. Albert Fritz. https://stolpersteine-heidelberg.de/mediapool/63/638182/data/2012/2012_Albert_Fritz.pdf, aufgerufen am 29.07.2026.

