Bernhard Lachmeier

Kurzbiografie

Name, Vorname: Lachmeier, Bernhard
Geburtsdatum: 4.11.1878
Geburtsort: Lauterberg
Einlieferungsdatum: 4.12.1943
Einlieferungsnummer: 81_1943
Todesursache: Lungenentzündung
Vorgeworfenes Vergehen: wiederholter Diebstahl

Bernhard Lachmeier wurde am 4. November 1878 in Lauterberg geboren. Im Alter von acht Jahren legte er ein Feuer, woraufhin er von seiner Familie entfernt wurde und in Fürsorgeerziehung im elsässischen Hagenau gegeben wurde. Dort besuchte er die Volksschule bis zur vierten Klasse. Lachmeier hatte eine kognitive Beeinträchtigung. Nach dem Verlassen der Schule arbeitete als Landarbeiter. Vor dem Ersten Weltkrieg erhielt er 14 Mal kleinere Strafen wegen Diebstahl, Betrug, Sachbeschädigung und Betteln. Während des Kriegs leistete er Dienst an der Westfront. 

Im Jahr 1942 lebte Lachmeier in Lauterburg. Er machte Geschäfte mit Hans Schmidt, der als Schreiner in Heidelberg arbeitete. Lachmeier suchte Käufer für neun Fahrräder, die Schmidt zuvor gestohlen hatte. Dafür erhielt er zwischen zehn und 20 Reichsmark pro Fahrrad. Die Polizei unterband dieses Geschäft, und beide kamen 1943 vor das Sondergericht Mannheim. Lachmeier gab zu, den Verkauf organisiert zu haben, sagte aber aus, er habe nicht gewusst, dass die Fahrräder gestohlen worden waren. Gegenüber Schmidt hatte er nach eigener Aussage mehrfach gesagt: „Daß die Räder nicht gestohlen sind!“ Das sah das Gericht als Beweis, dass Lachmeier von dem Diebstahl gewusst habe. Weitere Indizien oder Beweise wurden nicht angeführt. Nach der Beurteilung eines Sachverständigen war bei Lachmeier durch seine kognitive Beeinträchtigung die Strafbarkeitseinsicht erheblich vermindert. Dadurch hätte er nach § 51 Abs. 2 StGB Strafmilderung erhalten können. Diese billigte ihm das Gericht nicht zu, da „die Volksgemeinschaft ein berechtigtes Interesse daran hat, gerade vor den schädigenden Betätigungen solcher, den nationalen Belangen völlig teilnahmslos gegenüberstehenden Mitläufern, wie Lachmeier einer ist, durch ihren weitgehenden Ausschluß aus der von ihnen mißbrauchten Freiheit geschützt zu werden“. Wegen seiner Beeinträchtigung wurde Lachmeier als eine Gefahr für die Bevölkerung dargestellt und erhielt eine Freiheitsstrafe.

Lachmeier_Aufnahmeersuchen
Quellen: GLA 521 Nr. 4132

Lachmeier wurde wegen fortgesetzter Sachhehlerei zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt. Am 26. Juni 1943 trat er die Haft im Strafgefängnis Mannheim an. Im September 1943 wurde er in das Strafgefängnis Kislau verlegt, wo er in der Landwirtschaft arbeitete. Ende November 1943 erkrankte er an einer fieberhaften Bronchitis und starb am 2. Dezember an einer Lungenentzündung.

Amon Leven

Quellen

GLA 

521 Nr. 4132

Kurzbiografie

Name, Vorname: Lachmeier, Bernhard
Geburtsdatum: 4.11.1878
Geburtsort: Lauterberg
Einlieferungsdatum: 4.12.1943
Einlieferungsnummer: 81_1943
Todesursache: Lungenentzündung
Vorgeworfenes Vergehen: wiederholter Diebstahl

Zur Leichenjournal Transkribierung dieser Biografie:

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