Michael Krotz kam am 3. Oktober 1864 in Rotenfels zur Welt. Er machte nach acht Jahren Volksschule eine Lehre als Maurer und arbeitete sowohl als solcher als auch in verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten wie beim Hausbau oder Brunnenausheben. Mit seiner Frau, die 1910 verstarb, hatte er vermutlich 14 Kinder, von denen mindestens ein Sohn 1917 im Ersten Weltkrieg fiel.
Bei seiner Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Illenau am 30. Dezember 1939 waren das die einzigen Daten, die er zu seinem Leben geben konnte. Ein Arzt hatte ihn wegen „seniler Demenz“ und Bettlägerigkeit dorthin bringen lassen, und es wurde festgestellt, dass Krotz körperlich in einem sehr schwachen Zustand war sowie zeitlich und räumlich nicht orientiert. Den außerdem vom Arzt beschriebenen chronischen Alkoholmissbrauch, der eine mögliche Ursache für die Demenz sein konnte, stritt Krotz ab.
Er wurde in der Verpflegungsklasse 3, der niedrigsten und kostengünstigsten Stufe der Anstalt, untergebracht. Am Anfang seines Aufenthaltes nahm er kaum Nahrung zu sich, doch nach wenigen Tagen überzeugte ihn das Personal zu essen. Trotzdem veränderte sich sein Zustand kaum, und Krotz war fast durchgehend bettlägerig. Seit dem 6. Januar 1940 hatte er Atembeschwerden, die ihn nach kurzer Besserung erneut stark schwächten. Es wurde festgehalten, dass Krotz sich trotz seiner demenzbedingten Orientierungslosigkeit dankbar für die Hilfeleistungen der Pfleger zeigte.
Krotz starb am 27. Januar 1940 in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau. Als Todesursache wurde Marasmus senilis, also Altersschwäche, eingetragen. Seine Leiche wurde am 30. Januar mit der Eingangsnummer 8 des Jahres 1940 dem Anatomischen Institut in Heidelberg übergeben.
Sjana Reisinger
Quellen:
StAF
B821/2 Nr. 9103 Krotz, Michael, geb. 1864


