Ludwig Neischwander wurde am 28. Juni 1904 in Frankenthal (Pfalz) geboren und hatte drei Geschwister. Sein Vater arbeitete als Fräser in Mannheim, seine Mutter verstarb frühzeitig. Mit 13 Jahren kamen Ludwig Neischwander und seine drei Geschwister in eine Pflegefamilie, weil anzunehmen war, dass der Vater bald zum Kriegsdienst eingezogen werden würde. Nach der Schule absolvierte Neischwander eine Lehre als Schlosser in Mannheim, die er 1922 abschloss. Anschließend zog er für zwei Jahre nach Thüringen und arbeitete dort in verschiedenen Betrieben, bevor er wieder nach Mannheim zurückkehrte. Im Jahr 1926 brachte seine Frau Käthe die gemeinsame Tochter Cläre auf die Welt.
In seiner Freizeit war Neischwander im Mannheimer Arbeitersportverein „Möve“ aktiv, betrieb Kanusport und wurde Rettungsschwimmer. Über den Arbeitersportverein kam er mit Mitgliedern der KPD in Kontakt und trat der Partei bei. Bevor die KPD im Januar 1933 von Adolf Hitler verboten wurde, war Neischwander Propagandaleiter der KPD und Organisationsleiter der parteinahen Gewerkschaft „Revolutionäre Gewerkschafts-Opposition“ (RGO) für den Bezirk Baden-Pfalz. Nach dem Verbot musste sich die Partei in die Illegalität zurückziehen, was zur Folge hatte, dass viele ihrer Mitglieder verhaftet und in Konzentrationslager gebracht wurden, wenn sie sich weiterhin organisierten. Da auch Neischwander fortgesetzt an Treffen teilnahm und Schriften verteilte, wurde er im Juni 1933 verhaftet und im Lager Ankenbuck inhaftiert. Fünf Monate später wurde er aus dem Lager entlassen, nachdem er eine Loyalitätserklärung abgegeben hatte, in der er sich zur NSDAP und zu Hitler bekannte und auf jede Form der Opposition verzichtete. Dennoch setzte er seine Widerstandsarbeit fort.
Bereits im Jahr 1935 ging bei der Gestapo eine Anzeige ein, dass sich Neischwander weiterhin illegal betätigen würde, jedoch wurde diese nicht weiterverfolgt. Ab 1936 organisierte dann der ehemalige KPD-Funktionär Georg Lechleiter die illegale Arbeit in der Region Mannheim. Die sogenannte Mannheimer „Lechleiter-Gruppe“ konzentrierte sich bis zum Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 hauptsächlich auf Aufklärungsarbeit in den Betrieben, da andere Arbeiten schlichtweg zu gefährlich waren. Es gründeten sich kleine Zellen in den Betrieben, in welchen sich kommunistische und sozialdemokratische Arbeiter zusammenschlossen. Neischwander arbeitete in dieser Zeit als Vertreter der Bausparkasse Badenia Karlsruhe und ab 1939 zusätzlich noch in der Maschinenfabrik Bischoff & Hensel.
Mit dem Angriff auf die Sowjetunion beschloss die Gruppe, eine Zeitung herauszugeben („Der Vorbote“), welche über militärische Entwicklungen an der Ostfront informieren und der nationalsozialistischen Propaganda vom baldigen Sieg entgegenwirken sollte. Um an Informationen für die Zeitung heranzukommen, hörten die Mitglieder den Moskauer und Londoner Rundfunk ab. Innerhalb weniger Monate erschienen insgesamt vier Ausgaben des „Vorboten“, wobei Neischwander vor allem beim Vertrieb dieser Zeitung Aufgaben übernahm. Schon zu Beginn des Jahres 1942 wurde jedoch die Arbeit der „Lechleiter-Gruppe“ von der Gestapo aufgedeckt, da sich ein Spitzel in der Gruppe befunden hatte. Dies führte dazu, dass etliche ihrer Mitglieder verhaftet wurden, so auch Ludwig Neischwander, bei dem die Gestapo drei Ausgaben des „Vorboten“ in der Wohnung fand. Während der Verhöre durch die Gestapo, welche ein Jahr andauerten, wurden die Mitglieder der Gruppe Misshandlungen und Folter ausgesetzt, durch welche drei von ihnen starben. Bis zuletzt weigerte sich Neischwander der Gestapo zu verraten, an wen er die bei ihm gefundenen Exemplare des „Vorboten“ weitergegeben wollte und schützte damit weitere Personen vor ihrer Verhaftung und Verurteilung. Sich selbst konnte Neischwander jedoch nicht retten, da er gemeinsam mit 18 weiteren Mitgliedern der „Lechleiter-Gruppe“ zum Tode verurteilt wurde. Am 24. Februar 1943 wurde Ludwig Neischwander im Alter von 38 Jahren in Stuttgart mit dem Fallbeil hingerichtet. Kurz vor seiner Hinrichtung konnte er noch ein letztes Mal mit seiner Frau Käthe sprechen, welcher er von den Misshandlungen in den vergangenen Verhören berichtete. Noch am selben Tag wurde er zur Heidelberger Anatomie gebracht und unter der Eingangsnummer 13_1943 verzeichnet.
Mit dem Angriff auf die Sowjetunion beschloss die Gruppe, eine Zeitung herauszugeben („Der Vorbote“), welche über militärische Entwicklungen an der Ostfront informieren und der nationalsozialistischen Propaganda vom baldigen Sieg entgegenwirken sollte. Um an Informationen für die Zeitung heranzukommen, hörten die Mitglieder den Moskauer und Londoner Rundfunk ab. Innerhalb weniger Monate erschienen insgesamt vier Ausgaben des „Vorboten“, wobei Neischwander vor allem beim Vertrieb dieser Zeitung Aufgaben übernahm. Schon zu Beginn des Jahres 1942 wurde jedoch die Arbeit der „Lechleiter-Gruppe“ von der Gestapo aufgedeckt, da sich ein Spitzel in der Gruppe befunden hatte. Dies führte dazu, dass etliche ihrer Mitglieder verhaftet wurden, so auch Ludwig Neischwander, bei dem die Gestapo drei Ausgaben des „Vorboten“ in der Wohnung fand.
Während der Verhöre durch die Gestapo, welche ein Jahr andauerten, wurden die Mitglieder der Gruppe Misshandlungen und Folter ausgesetzt, durch welche drei von ihnen starben. Bis zuletzt weigerte sich Neischwander der Gestapo zu verraten, an wen er die bei ihm gefundenen Exemplare des „Vorboten“ weitergegeben wollte und schützte damit weitere Personen vor ihrer Verhaftung und Verurteilung. Sich selbst konnte Neischwander jedoch nicht retten, da er gemeinsam mit 18 weiteren Mitgliedern der „Lechleiter-Gruppe“ zum Tode verurteilt wurde. Am 24. Februar 1943 wurde Ludwig Neischwander im Alter von 38 Jahren in Stuttgart mit dem Fallbeil hingerichtet. Kurz vor seiner Hinrichtung konnte er noch ein letztes Mal mit seiner Frau Käthe sprechen, welcher er von den Misshandlungen in den vergangenen Verhören berichtete. Noch am selben Tag wurde er zur Heidelberger Anatomie gebracht und unter der Eingangsnummer 13_1943 verzeichnet.
Nach Ende des Krieges erhielten die zu Tode verurteilten Widerstandskämpfer der „Lechleiter-Gruppe“ um Ludwig Neischwander Gräber auf dem Heidelberger Bergfriedhof. Nach Neischwander wurde in Mannheim eine Straße benannt und ein Stolperstein ist vor seinem ehemaligen Wohnhaus zu finden. Zudem ist auf dem „Georg-Lechleiter-Platz“ in Mannheim den Mitgliedern der „Lechleiter-Gruppe“ ein Bronzedenkmal gewidmet.
Mika Christian
Quellen
BArch
R 3017/33090
Schlussbericht der Gestapo nach den Verhören der Mitglieder der Lechleiter-Gruppe.
Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart gegen die Mitglieder der Lechleiter-Gruppe.
Vernehmungsprotokolle Ludwig Neischwanders vom 27.02.1942.
Marchivum
AB01910-012


